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19.11.2017 - 22:27

Verkehrsunfall Tag 2011

Am 12.11.2011 beschäftigten sich die Kameraden des Löschzugs Wipperfürth gemeinsam mit den Kollegen des Wipperführter Rettungsdienstes einen ganzen Tag lang mit dem Thema "Verkehrsunfall".

Zu Beginn der Fortbildung stand ein wenig Theorie auf dem Lehrplan. Die Rettungsdienstler erfuhren etwas über den Ablauf der technischen Hilfeleistung und die Geräte der Feuerwehr für diesen Bereich, während die Feuerwehrleute etwas über die medizinische Kompontente lernten. Hier stand die im Jahr 2008 eingeführte "strukturierte Traumaversorgung" im Vordergrund. Im Anschluss wurde im großen Plenum über die Raumordnung und die Fahrzeugaufstellung an der Einsatzstelle gesprochen.

Nach einer stärkenden Suppe am Mittag wurde es für die Teilnehmer etwas arbeitsintensiver. Die praktische Ausbildung stand auf dem Lehrplan. Zuerst wurden dem Rettungsdienst die Einsatzmöglichkeiten der Drehleiter für den Patiententransport erläutert.

 

Anschließend startete man das erste von zwei Szenarien: Ein PKW hatte sich mehrfach überschlagen und ist letztlich auf der Seite vor einer Mauer liegen geblieben. Während der Fahrer sich selbständig aus dem Fahrzeug befreien konnte, lag der Beifahrer bewusstlos und ohne Atmung im Fahrzeug, war aber nicht eingeklemmt. Nachdem das Fahrzeug notdürftig gesichert wurde, begab sich ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes in das Fahrzeug, um den Patienten zu beatmen. Von Seiten der Feuerwehr wurde nach Absprache mit dem Notarzt eine so genannte "Crash-Rettung" eingeleitet. Das bedeutet, dass der Verunfallte so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug befreit werden muss. Auf eventuell entstehende Begleitverletzungen kann dabei, zu Gunsten des Überlebens, nur bedingt geachtet werden. Um die Patienten etwas realistischer aussehen zu lassen, wurden sie geschminkt und mit Kunstblut bearbeitet.

Das zweite Szenario wurde dann aber etwas umfangreicher. Die angenomme Lage: Ein PKW ist ins Schleudern gekommen, mit der Fahrerseite gegen einen Baum geprallt, hat sich gedreht und ist anschließend mit der Beifahrerseite vor einem weiteren Baum (durch einen Baggerschaufel simuliert) zum Stillstand gekommen. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer waren eingeklemmt. Der Fahrer trug leichte, der Beifahrer schwere Verletzungen davon. Beide Patienten wurden umgehend vom Rettungsdienst versorgt, bevor der Fahrer durch heraustrennen der Tür befreit werden konnte. Der Beifahrer sollte aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung möglichst achsengerecht gerettet werden. Der Gruppenführer entschloss sich daher nach kurzer Abstimmung mit dem Notarzt dazu, das Dach nach des PKW zu entfernen. Danach wurde der Patient mittels "Rettungsboa" und "Spineboard" aus dem Fahrzeug befreit.

Im Anschluss an die Übung hatten beide Seiten die Möglichkeit, die jeweils fachfremden Geräte auszuprobieren, bevor der Tag in einer gemütlichen Runde am Grill ausklang.

Sinn dieser Fortbildung war, die Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst an der Einsatzstelle weiter zu verbessern und die teilweise neuen Arbeitsweisen der Gegenseite kennenzulernen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wird in Zukunft öfter wiederholt werden, natürlich auch zu anderen Themen.

Dank gilt der Firma Bacher, Hückeswagen für die Bereitstellung der Fahrzeuge, dem Küchenteam des Löschzugs Wipperfürth für die hervorragende Verpflegung, den Helfern und nicht zu letzt den Teilnehmern für eine wirklich gelungene Fortbildung!

Bilder: Feuerwehr Wipperfürth